Isas Blick ins Land der Feen und Elfen
Isa war zwölf Jahre alt als es passierte: Sie fiel einfach während der Sportstunde um. Da lag sie nun und um sie herum lautes Kreischen. Sie konnte die Angst der Menschen nicht nur spüren, nein, sogar sehen.
Während diese „bunte Angst“ sie faszinierte, zuckte in der Ferne ein weißer Blitz. Das grelle Licht wurde immer deutlicher, denn es kam näher. Es war so grell und dennoch wurden Formen deutlich. „Was ist das?“, fragte sich die 12-Jährige. Es kam schnell auf sie zu und nun wurde auch ein Gesicht erkennbar. Sie hätte schwören können, dieses Gesicht zu kennen. Konnte sich allerdings nicht wirklich erinnern. Diese Lichtgestalt hatte einen feinen Mund, große Kulleraugen und niedliche kleine, spitze Ohren. Sie schien zu schweben, aber ihre Füße berührten den Boden. Das bunte Licht der Angst wich nun ganz dem blendenden Weiß. Nun stand dieses bezaubernde Wesen direkt vor ihr. Sie lächelte Isa an und eine wohlige Wärme hüllte diese ein. Obwohl sie die Lippen nicht bewegte, sprach das Mädchen mit Isa: „Ich nehme dich mit in mein Reich. Ich bin sicher, es wird dir dort gefallen!“ Ohne Widerwillen stand Isa auf, nahm die Hand des Wesens und ließ sich führen. Währenddessen nahm sie wieder die Stimme war und begriff, dass dies ein Gedankenaustausch war: „ Ich bin Tira, eine Elfe und mein Volk erwartet dich bereits. Wir freuen uns sehr auf dich! Wir sind ein sehr friedliches Volk. Leider ist der Weg ins Elfenreich nicht ganz ungefährlich, da zwischen unserem Reich und der Welt der Menschen ein dunkles Land liegt. Deshalb begleiten wir die Menschen zu uns, damit sie auf sicheren Pfaden zu uns gelangen.“ Ein kurzer Gedanke blitzte bei Isa auf. Sofort kam die Antwort: „Dort finden sich die verlorenen Seelen wieder!“ Freundlich aber mit einem sehr traurigen Blick sah die Elfe Isa an. „Das sind die Menschen, die von ihrem Weg abgekommen sind oder durch einen Schicksalsschlag nicht mehr ins Leben zurückfinden. Das Land wird regiert von finsteren Gestalten, die selbst einmal Menschen waren. Diesen aber weder äußerlich gleichen, noch ein Herz besitzen. Die Herzen jener werden von einem grausamen Herrscher in dessen Burg gehortet.“ Isa durchfuhr ein Schauer. Sie waren am Ende ihres Weges angekommen. Vor Ihnen lüftete sich zum ersten Mal das grelle weiße Licht, wie ein Schleier. Das erste was Isa sah, war ein kleiner Turm mit einem Elfen. Dieser trug Pfeil und Bogen und er hatte sehr wachsame Augen. „Hier müssen wir durch.“ Tira zeigte auf den Turm indem ein riesiges Tor verankert war. Es stand offen. Als sie das Tor durchschritten, und Isa an sich heruntersah, stellte diese fest, dass sie nun ein weißes langes Kleid trug und in Ihrem Haar befand sich ein Blütenkranz. Dabei erinnerte sich an ihre Mama, die ihr immer die Haare geflochten hatte. Doch der Gedanke daran fiel kurz darauf von ihr ab. Tira hatte in der Zwischenzeit eine große Frau begrüßt. Diese hatte einen merkwürdigen Hut auf dem Kopf, vergleichbar einem Kopfschmuck einer Kammerzofe. Des Weiteren lag um sie ein Schimmer als wäre diese in einen Farbtopf mit Pastellfarben getaucht worden. Das musste eine Fee sein, denn die Frau hielt einen merkwürdig geschwungen Stab in der Hand, der glitzernde Funken bei jedem Windhauch versprühte. Sie lächelte Isa an und winkte ihr, dass diese doch kommen möge. Indem Moment als das Mädchen einen Schritt auf die beiden zumachen wollte, wurde es grau und vor ihren Augen begann alles zu schwimmen. Isa nahm war, dass Tira auf sie zustürmte und sie zu greifen versuchte. An ihrer linken Hand riss jemand ganz fürchterlich. Sie hatte das Gefühl, dass jemand heftig an ihr Riss und sie zu zerreißen versuchte. Nun war es schwarz. Hässliche Fratzen tauchten auf. Sie hatte schreckliche Angst. Wo waren die Elfe und die Fee? Wo war sie? Ein schrecklicher Gestank breitete sich aus. Ihr Kopf schmerzte und es piepste dauernd fürchterlich. Alles schmerzte. Sie sah abscheulichste Gestalten, die an ihr zerrten und sie mit spitzen Stangen pieksten. Sie merkte etwas Hartes ihren Hals hinab gleiten. Ihr linker Arm wurde taub.
Seit Wochen kämpften die Ärzte mit Isas Leben. Ihre Mutter war Tag und Nacht für sie da. Das 12-Jährige Mädchen war stabil. Allerdings war es ihr nicht möglich die Grenze zu überschreiten: sie war eine Gefangene der Zwischenwelt. Sie hatte in das Reich der Elfen und Feen einen Blick werfen dürfen und wurde von den Menschen zurückgeholt.
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