Resigniert sammelte Roberto die wenigen Münzen aus dem geöffneten Geigenkasten. Im Winter, wenn die klirrende Kälte einem durch Mark und Bein ging, war das Geigenspielen eine wahre Tortur für ihn. Doch grade in der Weihnachtszeit war die Spendenfreudigkeit der Menschen am größten. Und in Roberto keimte der winzige Funke Hoffnung, dass ein paar von Nächstenliebe [...]
Es war einmal ein kleines Dorf, das in einem grünen Tal am Fuße eines Berges lag. Die Einwohner waren ein sehr friedliches Volk, zufrieden mit ihrem einfachen, bäuerlichen Leben. Es gab sehr selten Streit unter ihnen und wenn es einmal doch zu Uneinigkeiten kam, wurden diese bald gemeinsam geschlichtet und gelöst. Und so kam es, [...]
Ich war schon immer etwas anders als die meisten Kinder in meinem Alter. Seit ich denken kann sehe ich sonderbare Dinge, die Andere nicht sehen können: Erscheinungen, bunte Lichter, manchmal sehe ich sogar Wesen, die einem Märchen entsprungen sein könnten. Relativ schnell wurde mir klar, dass meine Familie nicht sehen konnte, was ich sah, nicht [...]
Isa war zwölf Jahre alt als es passierte: Sie fiel einfach während der Sportstunde um. Da lag sie nun und um sie herum lautes Kreischen. Sie konnte die Angst der Menschen nicht nur spüren, nein, sogar sehen.
Die Nacht brach herein und der Wind spielte unermüdlich sein Lied in den herabhängenden Zweigen der alten Trauerweide. Leise murmelte der kleine Bachlauf, der alles Leben hier mit seinem erquickenden Wasser speiste. Eine Nachtigall hatte ihr Nest in der Krone der ehrwürdigen Mutter Weide gebaut und begrüßte den aufgehenden Mond auf ihre Weise. Auf einer [...]
Ich erinnere mich noch, als wäre es erst gestern. Eigentlich war es der letzte Urlaub, den wir als Familie gemeinsam verbrachten, bevor Lisa, meine große Schwester auf ein Internat sollte. Wir fuhren zu einer Burg in Irland, ich glaube sie hieß Shamrock. Umgeben war das Anwesen von üppigen Weidelandschaften, weit und breit sah man nur [...]
Wie jedes Jahr sollte ich auch dieses Mal die Ferien auf dem Landsitz meiner Verwandten verbringen. Als ich auf Oilean Dairbhre ankam, freute ich mich darauf, endlich die Kutsche gegen meine eigenen Füße eintauschen zu dürfen. Von Weitem konnte ich das stattliche Herrenhaus erkennen.